Michèle rezensiert: "Das Juwel" Teil 3 von Amy Ewing


Michèle von 
rezensiert:


Klappentext könnte Spoiler enthalten - Finalband der Reihe 


"Violet und der Geheimbund Der Schwarze Schlüssel bereiten einen Angriff auf den Adel vor, und Violet soll eine zentrale Rolle dabei spielen. 
Sie muss die jungen Frauen anführen, die die Auktion manipulieren und die Mauern der Einzigen Stadt zum Einstürzen bringen sollen. 
Doch Violet ist hin- und hergerissen. 
Ihre Schwester Hazel ist im Palast der Herzogin vom See gefangen. 
Um ihre Schwester zu retten, muss sie ihre Freunde und die gute Sache im Stich lassen und in das Juwel zurückkehren."


Meinung

Was habe ich mich auf den dritten Teil der Trilogie gefreut.
Endlich wieder Violet, das Juwel, die Surrogats, der Adel.
Intrigen, Lügen, Gefühl, Spannung, Aufregung, Trauer, Macht, Hoffnung, Verrat.
All das habe ich mir von Band 3 erwartet. Doch leider nur die Hälfte davon bekommen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker und flüssig, wie immer.
Vielleicht etwas zu leicht zu lesen an dieser Stelle. Das Buch lädt nicht zum Verweilen und zum schockierten Innehalten ein.
Man fliegt durch die Seiten, weil das Wichtigste fehlt:
Gefühl.
Während Violet eine komplette Wandlung durchmacht, vom aufgeweckten Mädchen, das für eine Sache mit eigener Meinung einsteht und Gefühle zeigt, hin zur roboterhaften Rebellenführerin, die nur noch ihr Ziel vor Augen hat, folgt ihr die Handlung Schlag auf Schlag - ohne näher auf irgendwelche Begebenheiten einzugehen. Sprich: Bombe folgt auf Bombe, Spannung auf Spannung, keine Zeit zum Luftholen oder Gefühle zeigen.
Die Geschichte selbst war dadurch auch nie wirklich langweilig. Natürlich war es nicht sehr ausschweifend, wenn es auf tiefere, innigere Ebenen von Violet... gehen sollte - z. Bsp, wenn eine ihr nahestehende Person umkommt - das wird ignoriert, die Rebellion muss ja vorangetrieben werden. Nein, langweilig war es nicht. 
Aber fade und das, obwohl die Spannung durchaus vorhanden war.
Violet kehrt vom Rebellenstützpunkt ins Juwel zurück, um ihre Schwester zu retten und gerät nicht mal in große Schwierigkeiten.
Sie wird zwei Mal entdeckt, doch alle schweigen ob einer Vereinbarung.
Und auch Ash, Violets Freund kommt gut weg.
Versteht mich nicht falsch - es sterben genug Leute und ich will es auch nicht blutrünstig - aber das war alles zu einfach. Zu leicht. Nicht genug "reales Leben".
Und so habe ich mich beim Lesen zwar wohl gefühlt, aber das war auch alles.
Von den oben aufgezählten Punkten fehlen für mich in diesem Buch:
Gefühl, Trauer, Aufregung und Hoffnung.
Stattdessen geht es nur um Macht, Lügen, Intrigen und Verrat.
Das mach ein Buch zwar spannend, aber noch lange nicht gut.
Hier hätte man deutlich mehr draus machen können.
Fazit: 
Das Juwel 3 ist ein gelungener Abschluss der Reihe.
Lässt man die fehlenden Gefühle außer Acht, so wurde der Leser genau mit dem gefüttert, was er braucht, die Erwartungen erfüllt. Ein mehr oder minder gutes Ende,
wenn auch an dieser Stelle nicht ausführlich genug.
Trotzdem hat die Autorin hier viel Potenzial verschenkt und lieber auf Action gesetzt, statt auf eine gute Mischung aus beidem.
Sehr schade, sind doch die beiden Vorgängerbände so vielversprechend.
Ich vergebe 3 von 5 Suchti-Sternen.
Buchinfos

Amy Ewing
"Das Juwel- Der schwarze Schlüssel"
Teil 3 von 3
Genre: Fantasy/Dystopie
Hardcover 18,99 €
eBook 14,99 €
400 Seiten Printausgabe
Herausgeber: Fischer Verlage/FJB 
Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Ab 14 Jahren empfohlen

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