Michèle rezensiert: "Aegeria- Seelenruf" von Katelyn Erikson


Michèle von 
rezensiert:




"Was ist, wenn du bereits einmal gelebt hast? 
Was geschieht, wenn die Vergangenheit dich findet?

Eine einzige Begegnung kann das gesamte Leben verändern. 
So war es, als die angehende Ärztin Elenya Fairings auf ihren Patienten Logan trifft. Als sei es nicht genug, dass er behauptet, der König eines unbekannten Landes zu sein, weiß er zudem Dinge über sie, die er nicht wissen dürfte. 
Weshalb trägt er dasselbe Symbol an seinem Körper wie sie? 
Weshalb verändert sich die Farbe seiner Augen? 
Und was ist es, das sie so sehr zu ihm hinzieht? 
Zu viele Fragen. Zu wenig Antworten. 
Bist du bereit für die Wahrheit?"


Meinung

Ich muss zugeben, dass ich mich hier vom Cover und Klappentext habe verführen lassen. Das Cover ist alleine schon umwerfend und mit dem Klappentext, der so viel verspricht - und das als Debüt - das ist genau mein Stil. Dachte ich.
Nun ist es aber so, dass es zum ersten Mal passiert ist, dass mich ein Schreibstil eher weniger begeistert hat und es fällt mir wirklich schwer diese Rezension zu verfassen, weil ich weiß, wie aufgeregt die Autorin war und wie viel Herz in ihrem Erstlingswerk steckt. Aber was sein muss, muss sein.
Der Schreibstil ist zwar einfach gehalten, aber irgendwie greift er nicht richtig ineinander. Die Wortwahl ist in Ordnung, doch der Aufbau der Geschichte, die aus der "allwissenden" Perspektive geschrieben ist, macht das Ganze wirr und chaotisch.
Es wäre besser gewesen, wenn die Kapitel zwischen den Hauptpersonen Elenya und Logan aufgeteilt worden wären. So allerdings switched man während des Lesens von Logans in Elenyas Gedanken/Perspektive und wieder zurück und kann sich kaum auf das Geschehen konzentrieren.
Die Protagonisten selbst sind ebenfalls so strukturiert.
Bevor ich ein bisschen was zur Geschichte sage, erkläre ich euch, warum sie für mich nicht ganz authentisch wirken.
Logan ist ein Krieger, der einst ein Gott war und nun in einen menschlichen Körper geboren und aus seinem Heimatland Aegeria gerissen wurde.
So weit, so schön.
Sein Charakter strahlt Gefahr, Macht und Misstrauen aus. Er selbst "denkt" über sich, dass er ein Krieger ist und dass Krieger nicht weinen dürfen, verliert aber immer öfter in Gegenwart seiner "großen Liebe" die Fassung. Gut, kann man machen, aber diese Klischees von wegen, dass Krieger nicht weinen dürfen, finde ich hier schon überzogen. Es passt einfach für mich nicht ins Bild.
Elenya hingegen ist von Natur aus unsicher, in vielen Belangen.
Wenn man sich dazu entscheidet Ärztin zu werden, dann sollte man sich dessen sicher sein. Sie studiert am Anfang des Buches im dritten Semester und kommt rüber wie eine völlige Anfängerin, die nicht an sich selbst glaubt. Im Laufe der Geschichte rückt das Studium immer weiter in den Hintergrund, denn es dreht sich schlicht und ergreifend - und grob ausgedrückt - nur noch um die Frage "Kommen sie zusammen oder nicht?"
Das fand ich ein wenig schade.
Zur Story selbst lässt sich Folgendes sagen: Sie ist neu und belebend. Eigentlich. Das Potential, das die Sache mit der Seelenverbundenheit und dem Seelenruf bietet, wurde hier leider nicht ausgeschöpft. Generell gab es für mich zu wenig Hintergrundinformation zur Magie, die in den beiden Protagonisten lebt.
Man erfährt nur durch die Erinnerungen Elenyas etwas über diese andere Welt, aus der Logan kommt und die sich Aegeria nennt.
Alle anderen Details, wie zum Beispiel, dass dort Krieg herrschte, dass es einen Rat gibt, die über die Erziehung von Kindern entscheidet, dass dort König und Königin herrschen, erfährt man nur am Rande und auch nur aus Logans selbstbeweihräuchernden Gedanken.
Und auch das Tempo der Story schwankt sehr stark. Zum Einen hat man einen ganzen Tag ausführlich beschrieben und zum Anderen sind dann auf einmal schon Monate vergangen, die überflogen worden sind.
Es fehlt einfach komplett die Struktur, man hat nur einen minimalen roten Faden, dem man folgen kann.
Das ist jetzt einiges an Kritik, doch trotz allem hat mich die Geschichte fasziniert, denn die Beschreibungen des "Seelenrufs" sind sehr bildhaft und ich konnte meine Augen teilweise nicht vom Geschehen abwenden, auch wenn es sehr durcheinander war.
Die Liebesgeschichte zwischen Logan und Elenya hat mir auch sehr gut gefallen, obwohl es das Übliche Hin und Her ist. Logan kann sich beherrschen, dann wieder nicht, Elenya vertraut ihm, dann wieder nicht, ihre Gefühle werden stärker. Dann stumpfen sie ab usw.

Trotz der insgesamt eher schlechteren Beurteilung, war da doch immer wieder dieser Drang, wissen zu wollen, wie es weitergeht. Das hat es etwas gerettet, denn sonst wäre das hier noch fataler ausgefallen...

Fazit: 

Aegeria ist ein Fantasyroman der etwas anderen Art. Leider merkt man dem Debüt an, dass es nicht durch Verlagshand oder etwas professionellere Bearbeitung gewandert ist, denn die fehlende Struktur macht doch einiges aus.
Ich hatte eine große Geschichte erwartet, mit Verknüpfung der Vergangenheit, Gegenwart und andere Welten.
Bekommen habe ich eine mittelmäßig spannende Story, die zwar eine neue Idee beinhaltet, dessen Potential aber nicht umgesetzt wurde.
Einzig und allein der Wunsch mehr über Aegeria, Logan und Elenya wissen zu wollen, hat mich ans Buch gefesselt. Ob ich die Fortsetzung lese, weiß ich noch nicht.
Empfehlen kann ich es jenen, die auf übereifriges Liebesgeplänkel mit einem Hauch Magie und Fantasy stehen und mit Chaos umgehen können.

Es bricht mir das Herz und ich mache das auch sehr ungern, aber mehr als 2,5 von 5  Suchti-Sternen sind hier nicht drin.

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Buchinfos



Katelyn Erikson
"Aegeria- Seelenruf"
Band 1 von 2
Genre: Romantasy
413 Seiten Printausgabe
Taschenbuch: 12,99 €
eBook 3,99 €
Erscheinungsdatum: 18. Mai 2017


1 Kommentar:

Ruby Celtic hat gesagt…

Hey Michéle,

das Cover hat mich jetzt auch eine supertolle Geschichte erwarten lassen und auch der Klappentext wäre genau meins. Nach deiner Rezi muss ich allerdings sagen, dass ich leider lieber auf Abstand gehe. Es klingt ganz so, als ob es nicht wirklich etwas für mich wäre. Eigentlich schade.

Liebe Grüße,
ruby