Michèle rezensiert: "Flugangst 7A" von Sebastian Fitzek


Michèle von 
rezensiert:



 Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt.
Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.
Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin.
Ein labiler Passagier, der unter Gewaltphantasien leidet.
Und ein Psychiater, der diesen Patienten manipulieren soll, um an Bord eine Katastrophe herbeizuführen.
Sonst verliert er etwas sehr viel Wichtigeres als sein Leben ...

Meinung

Gleich vorne weg: Keine Angst!
Das Buch schürt keine Ängste, die nicht sowieso schon da sind.
Tja, was soll ich sagen?
Ein Fitzek zieht mich immer magisch an und das liegt nicht nur am Namen, sondern an den Geschichten, die dahinter stehen.
Es ist vielleicht ein bisschen morbide, aber mich fasziniert die menschliche Psyche insofern, dass ich gern in Büchern darüber lese und sehe, wozu einzelne Menschen fähig sind.
Deshalb lese ich ja auch gern Psychothriller, wenn auch nicht bevorzugt, aber sie sind eine willkommene Abwechslung. Als Leser bekommt man zugleich einen Prolog vorgesetzt, der mich, zugegeben, anfangs etwas verwirrt hat und den ich dann auch beim Lesen gleich verdrängt habe. Irgendwie.
Erst durch eine der Pressestimmen bei Amazon bin ich wieder darauf aufmerksam geworden und es hat sich alles zusammen gesetzt.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Mats, einem unter Flugangst leidenden Psychiater, der auf einem 13 Stunden Langsstreckenflug zu seiner hochschwangeren Tochter will.
Natürlich hat er alles vorher berechnet und durchkalkuliert, ist jede einzelne Möglichkeit durchgegangen, die existieren könnte und hat sogar vier Sitzplätze gebucht, um Auswahl zu haben.
Er hat sich also ein wenig selbst therapiert. Seine Tochter Nele, zu der er seit Ewigkeiten keinen Kontakt hatte, steckt allerdings in ganz anderen Schwierigkeiten, die Mats als Psychiater und Vater in eine hochdramatische Lage bringen.
Und ich frage mich hier:
Wen würde ich retten?
Meine Tochter?
Oder 625 fremde Menschen?
Die Frage lässt sich nicht beantworten, ohne sofort in ein moralisches Dilemma geworfen zu werden.
Wie man es von Fitzek gewohnt ist, war auch Flugangst 7A, sehr gut recherchiert und mit erstaunlichen Fakten zu Flugsicherung, psychischen Verhaltensmustern und ähnlichem unterlegt.
Die Wirkung dieser Recherchen blieb auch nicht lange aus.
Ich wollte wissen, wie Mats seine ehemalige Patientin triggert.
Wollte wissen, wie das Ganze ausgeht.
Wollte wissen, ob Feli es zu ihrer Hochzeit schafft.
Ob Neles Baby gesund zur Welt kommt und ob alle sicher in Berlin landen.
Es war wie eine Sogwirkung und ich konnte kaum aufhören.
Und jetzt kommt das große Aber:
Die Wendung am Ende hat mich nicht in Schockstarre versetzt, so wie bei „das Paket“. Ich konnte hier noch ein wenig mitdenken und bin des Rätsels Lösung selbst auf die Schliche gekommen.
Ganz überraschend kam es also nicht. Zudem kam mir das Ganze irgendwie vor, als fehlten an den richtigen Stellen ein paar Emotionen.
Was bei Fitzek sonst auch nicht der Fall sein muss, aber bei dieser Geschichte hätte es mich noch besser erreicht.
Ihr seht, ich bin etwas kleinkritisch, aber je bekannter der Autor und je mehr Bücher er auf den Markt bringt, desto höher werden meine Ansprüche, wenn ich aus vorherigen Büchern weiß, dass er es besser kann (Achtung, das ist nur meine persönliche Meinung!)

Fazit:

Mit Flugangst 7A hat der Autor wieder Fahrt aufgenommen.
Eine gut recherchierte Geschichte, die mit der Flugangst eines jeden Menschen spielen kann, die mit Entführung und Psychospielchen aufwartet, wie man es gewohnt ist und deren Inhalt mit jeder Seite interessanter wurde.
Einzig die sachkundigen Informationen zu diversen Themen, die Mats Krüger für seinen Flug von sich gibt, nehmen ein wenig Überhand und damit Spannung raus.
Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten und für Fitzek Fans ist dieser Flug ein Muss!
Ich vergebe 4 von 5 Suchti-Sterne.


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Buchinfos


Sebastian Fitzek
"Flugangst 7A"
Einzelband
Genre:Thriller
Gebundene Ausgabe: 22,99 €
eBook: 16,99 €
400 Seiten Printausgabe
Herausgeber: Droemer Knaur 
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
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